Die Berge Siziliens (und ihre Naturparks)
Bei mehr als 80 % von Sizilien handelt es sich um Hügel und Berge. Berge bedeuten für Sizilien wertvolle und wichtige Trinkwasserreservoirs. Die Schneegrenze liegt etwa bei 1000 m. Alle Gebirgsregionen bieten Wandertouren an und sind auch beliebte Ausflugsziele für Mountainbiker.
Im Norden erstrecken sich von Ost nach West drei neben einander liegende Gebirge:
- das Peloritanische Gebirge Monti Peloritani
- das Nebrodische Gebirge Monti Nebrodi und
- das Madonische Gebirge Le Madonie
Im Westen der Insel befindet sich
- das Sicanische Gebirge Monti Sicani
Im Landesinneren
- das Erei Gebirge Monti Erei
Und im Südosten, in der Nähe der Stadt Syrakus
- das Hybläische Gebirge Monti Iblei
Das Peloritanische Gebirge in der Nähe von Messina mit dem 1340 m hohen Montagna Grande liegt ganz im Nordosten Siziliens. Bei klarem Wetter blickt man auf das Festland nach Kalabrien. Im Süden hat der Fluss Alcatara bizarre Schluchten in den Lavastein gefräst. Der Naturpark „Parco Fluviale dell’Alcantara“ schützt dieses etwa 200 Hektar große Biotop und einmalige Ausflugsziel.
Das Nebrodische Gebirge (griech.Nebros=Hirsch) mit seiner höchsten Erhebung, dem 1847 m hohen Monte Soro beherbergt Siziliens größte zusammen hängende Waldregion mit zahlreichen Bächen, Flüssen und Bergseen. Seit 1993 ist die Region als Naturpark „Parco die Nebrodi“ ausgewiesen. Hier kommen unter anderem Korkeichen, die seltenen Nebrodi Tannen vor, Neben den typischen Tieren des Waldes und Schildkröten gibt es für die Wissenschaft äußerst interessante „Safratellano“-Pferde mit starken natürlichen Genen.
Das Madonische Gebirge hat als höchste Erhebungen den 1979 m hohen Pizzo Carbonara und den 1869 m hohen Monte Mufarag. Urige Bergdörfer, von Arabern und Normannen sind nahezu original bewahrt. Hier entspringt der Salso, Siziliens längster Fluss. Ein Nationalpark „Parco delle Madonie“ schützt die artenreiche Vegetation dieses einmaligen Ökosystems. Erwähnt seien seltene Wildpflaumenbäume und Wolfsmilchgewächse (Euphorbien), Wildkatzen, Stachelschweine und Eulen.
Ein Vergnügungspark „Aventura Madonie“ mitten im Wald sorgt für naturbezogene Familienunterhaltung mit Trampelpfaden, Ausritten etc. Auch wird überall noch altes traditionelles Handwerk ausgeübt.
Im Norden grenzen diese drei Berge an das Tyrrhenische Meer mit seinen wunderschönen Stränden, Buchten und malerischen Fischerdörfern (wie z.B. Cefalu).
Ganz im Westen Siziliens befindet sich das herzförmige Sicanische Gebirge das sich vom Bergdorf Corleone bis nach Casteltermini erstreckt. Höchster Berg ist der Monte Cammarata mit 1587 m. Auch hier schützt ein Naturpark unter anderem viele seltene Schmetterlinge, Wildorchideen, wilde Pfingstrosen und Steineichen.
Im Landesinneren befindet sich das Erei Gebirge mit dem 1192 m hohen Monte Altesina als höchstem Berg. Das griechische Erei bedeutet Wolle und lässt auf Schafzucht seit alter Zeit schließen. Südlich vom Erei Gebirge befindet sich der Lago di Pergusa.
Der Vollständigkeit halber seien als Erhebungen im Landesinneren noch die Altopiano Solfifero (Schwefelhochländer) mit 500-700 m Höhe erwähnt.
Nahe der Stadt Syrakus im Südosten Siziliens befindet sich das Hybläische oder Iblei Gebirge mit dem 986 m hohem Monte Lauro. Das Kalksteingebirge vulkanischen Ursprungs weist viele malerische Schluchten auf, die bekannteste ist die Cava Grande, der Grand Canyon Siziliens. Mit historischen Grabkammern in zahlreichen Höhlen auf der Gegenseite wurde die Schlucht Pantalica 2005 zum Weltkulturerbe. Die Flüsse Tellaro und Cassibile haben im Iblei ihren Ursprung.
Zur Vegetation gehören Mandel- und Johannisbrot-Plantagen, Olivenanbau wird erfolgreich betrieben, das Olivenöl ist von hochgelobter Qualität. Als regionale Spezialität sei noch der Honig aus den Blüten des Johannisbrotbaums erwähnt.