Der Ätna – der Etna (italienische Schreibweise) bedeutet der Brennende
auch genannt: Mongibello oder Mongibbedu bedeutet Berg der Berge
Der Ätna ist als Europas größter aktiver Vulkan das Wahrzeichen Siziliens.
Statistik des über 3300 m hohen Schichtvulkans:
Lage: Italien, Ostküste Siziliens, in der Nähe der Städte Catania und Messina
Höhe: 3323 – 3352 m (verschiedene Angaben)
Alter: 500.000 bis 600.000 Jahre
Letzter Ausbruch: 2008 / 2009
Der Ätna weist etwa 300 – 400 Flankenvulkankrater auf, einen Zentral-oder Hauptkrater sowie drei weitere Gipfelkrater. Mit jedem Ausbruch kommen weitere Krater hinzu. Der frei stehende Gebirgstock des Vulkans umfasst eine Fläche von ca. 1250 Quadratkilometern und hat einen Umfang von 250 km, der Durchmesser seines Kegels beträgt 40 km.
Mythologie:
Im antiken Griechenland sah man im Ätna den Wohnsitz des Feuergottes, der seinen Zorn immer wieder durch gewaltige Vulkanausbrüche zeigte. Diesen Glauben übernahmen auch die Römer, deren Feuergott „Vulcanus“ zum heute für alle Vulkane gültigen Namen führt.
Geschichte:
Vor 500 bis 600.000 Jahren begann der Vulkanismus des Ätna an der Küste bei Aci Trezza, der eigentliche Ätna entstand vor 100.000 Jahren.
Vor rund 8000 Jahren kam es im gesamten östlichen Mittelmeer zu einer gewaltigen Flutwelle, als eine Flanke des Ätna abbrach und mit all seinen Ablagerungen ins Meer stürzte. Seine heutige Form nahm der Ätna aber erst vor 3000 Jahren an, nachdem sich seine vulkanische Tätigkeit vermehrt nach Westen ausrichtete. Im Jahr 1669 fand der größte historische Ausbruch des Ätna statt, mit teilweiser Zerstörung der Stadt Catania. Erst 1788 bildete sich der heute sichtbare Zentralkegel aus.
Unzählbare Eruptionen sind überliefert und historisch manifestiert, die teilweise von Erdbeben flankiert wurden. Auf weltweites Interesse stießen zum Teil erfolgreich durchgeführte Sprengungen, die Kanäle schafften, über welche die Lava in gewünschte Bahnen geleitet wurde.
Vulkan-Geologie:
Von allen aktiven Vulkanen hat der Ätna weltweit die meisten Ausbrüche zu verzeichnen. Die Lava des Ätna ist dünnflüssig, bedingt durch niedrigen Kieselsäure-Anteil. Dadurch können Gase regelmäßig entweichen und so kommt es nicht zu aggressiven, explosionsartigen Ausbrüchen wie z.B. beim Vesuv.
Die dünnflüssige Lava bedingt auch die Bildung der zahlreichen einmaligen Lavagrotten, z.B. der fast 1 km langen Grotta dei Lamponi.
Ätna, Mensch und Natur:
Über die Jahrtausende hinweg leben die Menschen Siziliens mit dem „Herrscher ihrer Insel“, dem Ätna. Was die Eruptionen, gewaltigen Lavaströme und Erdbeben zerstören, wird durch vermehrte Fruchtbarkeit des Bodens und auch die Anziehung und Attraktivität des Vulkans per se ausgeglichen. Die Bewohner der Ätnadörfer nennen ihren Vulkan auch „La Mama“, was er auch bringt.
Das äußerst fruchtbare Gebiet rund um den Ätna weist eine in Europa einmalige Tier- und Pflanzenwelt auf. 1987 wurde ein ca. 59000 Hektar großes Gelände rund um den Vulkan als Nationalpark „Parco dell’Etna“ etabliert und damit vor allzu zerstörender Erschließung bewahrt. Behutsam wird der Tourismus naturbewusst geführt.
Bis zu 1500 m Höhe wachsen Pistazien, Feigen, Oliven, auch Getreide und Wein können wegen des fruchtbaren Bodens angebaut werden. Die Waldzone bis etwa 2000 m Höhe weist typische Laubbäume wie Eichen, Kastanien etc. sowie den typischen Ätna-Ginster, der als erste Pflanze auf verwittertem Lavastein gedeiht. Flechten, Gräser, Sanddorn- und Wacholdersträucher sind noch bis 2500 m zu finden, darüber liegt fast ganzjährig Schnee.
Der Ätna Park beherbergt unter anderem seltene Spechte, viele große Greifvogelarten wie z.B. Königsadler, aber auch Wölfe, Stachelschweine, Hasen und viele andere Tiere.
Kulinarisch ist das Gebiet um den Ätna unter anderem berühmt für seine süßen Leckereien, hergestellt aus Pistazien und Mandeln, sowie für seine von zahlreichen verschiedenen Kräutern sehr individuell gewürzten Ricotta-Käse-Zubereitungen.
Tourismus – Ausflüge:
Kaum ein Sizilien-Reisender versäumt den Besuch des Ätna, keiner verzichtet auf das Naturschauspiel , das schwarzes Lavagestein, Bergkrater, blauer Himmel, weiße Wolken oder der Schnee dem Betrachter bieten.
Für die Bequemen bietet sich eine alte Schmalspur-Eisenbahn an, die in etwa 4 Stunden rund um den gesamten Vulkan fährt
Beliebt sind auch geführte Wanderungen, Jeep-Exkursionen oder ca. 9-stündige Busfahrten, auch in den Sonnenuntergang hinein.
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